Synchronschauspieler, Sprecher FAQ

Was ist adag Payroll Services GmbH?
adag Payroll Services GmbH ist auf die deutschlandweite und agenturunabhängige Lohnabrechnung von kurzfristig eingesetzten und zeitlich befristeten Beschäftigten spezialisiert. Wir vermitteln kein Personal und vereinbaren weder Löhne noch Zuschläge. Wir sind ausschließlich Dienstleister der Synchronfirmen. Als Grundlage für die Abrechnung dienen die Informationen und Angaben auf dem von Ihnen ausgefüllten Stammdatenblatt. Wir überprüfen die Einhaltung des Gesetzes zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz – MiLoG), können allerdings keine Aussagen zu Entgeltvereinbarungen zwischen Ihnen und Ihrem Auftraggeber treffen, da wir, abgesehen von der Vereinbarung Ihren Lohn abzurechnen, nicht Teil der Entgeltverhandlungen sind. Für alle Fragen im Zusammenhang mit der Höhe Ihres Lohns, Einsatzzeiten o.ä. ist Ihr Auftraggeber zuständig.
Was beinhaltet die Lohnabrechnung?

Die Lohnabrechnung beinhaltet unter anderem

  • die Erfassung und Prüfung Ihrer Daten,
  • die Kontrolle und Dokumentation der Einhaltung des Mindestlohns,
  • die bargeldlose Zahlungsabwicklung,
  • die gesetzlich notwendigen Meldungen für Ämter und Behörden und die Meldungen zur Sozialversicherung,
  • die Erstellung der Lohnabrechnungen, der SV-Meldebescheinigungen, der Bescheinigungen über Nebeneinkommen, der Einkommensbescheinigungen und der Arbeitsbescheinigungen,
  • die Bearbeitung von Entgeltbescheinigungen für die Deutsche Rentenversicherung.
Gilt das Mindestlohngesetz auch für meine Beschäftigung?
Nach dem Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz – MiLoG) gilt in Deutschland ab dem 1. Januar 2015 ein flächendeckender allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn für Arbeitnehmer und für die meisten Praktikanten. Seit 1. Januar 2017 beträgt die Höhe des gesetzlichen Mindestlohns 8,84 Euro Brutto je Zeitstunde. Dies gilt selbstverständlich auch für Ihre Beschäftigung.
Auf welcher Grundlage erfolgt die Abrechnung als Synchronschauspieler / Sprecher?

Seit einem Urteil des Bundessozialgerichts vom 31.03.17 sind hauptberufliche Synchronsprecher grundsätzlich als unständig Beschäftige (Personengruppe 118) einzustufen. Bei überwiegender Tätigkeit in anderen Bereichen werden die Einsätze als Synchronsprecher als sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmertätigkeiten (Personengruppe 101) abgerechnet (weitere Informationen). Die Gerichtsentscheidung des BSG erging zwar zur Tätigkeit eines Synchronsprechers, das Sozialversicherungsrecht differenziert jedoch nicht nach Berufsbezeichnungen oder Produktarten, sondern nur anhand des Tätigkeitsbildes. Aufgrund dessen ist das Urteil generell auf Sprecher-Tätgkeiten anwendbar. Die Versteuerung erfolgt jedoch weiterhin durch den Beschäftigten. Es werden bei der Abrechnung demnach nur die Sozialabgaben und keine Lohnsteuer von den Gagen abgeführt. Die Umsatzsteuer wird auf der Lohnabrechnung ausgewiesen.

Was ist eine unständige Beschäftigung?
Sind Sie öfters für kurze Zeiträume (maximal eine Woche) bei verschiedenen Arbeitgebern angestellt und handelt es sich bei diesen Tätigkeiten um Ihre Haupterwerbsquelle, gelten Sie als unständig Beschäftigter und sind sozialversicherungspflichtig. Der Arbeitgeber führt in diesem Fall Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ab. In beschäftigungsfreien Zeiten zwischen Ihren Arbeitseinsätzen sind Sie als unständig Beschäftigter für bis zu 3 Wochen weiter versichert und können Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen. In der Arbeitslosenversicherung sind Sie als unständig Beschäftigter nicht pflichtig, daher entfallen in diesem Zweig die Beiträge, Sie haben jedoch auch keinen Anspruch auf ALG1.
Welche Nachweise muss ich für die Lohnabrechnung einreichen?
  • Falls eine Elternschaft vorliegt, benötigen wir einen schriftlichen Nachweis darüber (Geburtsurkunde o.ä.).
  • Falls eine Mitgliedschaft bei einer privaten Krankversicherung vorliegt, wird darüber ein möglichst aktueller Nachweis (nicht älter als ein Jahr zum Zeitpunkt der Beschäftigung) benötigt. Sie können dazu bspw. folgende Dokumente einreichen:
    – Mitgliedsbescheinigung
    – Versicherungsschein
    – Bescheinigung über Vorsorgeaufwendungen
    – Beitragsanpassung

Wir benötigen einen schriftlichen Nachweis, falls eine freiwillige/private Versicherung besteht und einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft:

  • Die Versicherungspflichtgrenze wurde im Vorjahr überschritten
  • Es wurde eine hauptberuflich selbstständige Tätigkeit
  • Bestandsschutz 2002 über 52.200€ (priv. KV)
Welche zusätzlichen Dokumente benötige ich als Nicht-EU-Bürger?
Um eine Beschäftigung in Deutschland auszuüben, benötigen Nicht-EU-Bürger eine gültige Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung. Die Dokumente sind am Einsatzort vorzulegen und eine Kopie einzureichen. Sollte adag Payroll Services GmbH keine Kopie dieser Dokumente vorliegen, kann weder eine Abrechnung noch eine Auszahlung Ihres Lohns erfolgen. Weitere Informationen finden Sie hier: Ausländerbehörde.
Wo finde ich meine Sozialversicherungsnummer?
Ihre Sozialversicherungsnummer benötigen wir, um Sie bei der zuständigen Krankenkasse oder der Bundesknappschaft anzumelden. Sie finden diese auf ihrem Sozialversicherungsausweis. Wenn Sie  den Ausweis nicht finden, können Sie die SV-Nummer auch bei Ihrer Krankenkasse oder der deutschen Rentenversicherung erfragen. Dort können Sie auch einen neuen SV-Ausweis beantragen, falls Sie ihn verloren haben o.ä. Sollten Sie noch nie, auch nicht geringfügig, beschäftigt gewesen sein, wird Ihnen mit unserer Anmeldung  eine SV-Nummer zugeteilt. Sie werden hierüber vom zuständigen Rentenversicherungsträger informiert. Bitte beachten Sie, dass Sie in diesem Fall nicht automatisch von uns abgemeldet werden können. Es ist daher besonders wichtig, dass Sie uns Ihre SV-Nummer nach Erhalt mitteilen.
Muss ich den Lohn selbst versteuern?

Grundsätzlich müssen Arbeitgeber bei abhängigen Beschäftigungen Lohnsteuer vom Arbeitslohn einbehalten und an das Finanzamt abführen. Bei Tätigkeiten als Synchronschauspieler / Sprecher ist dies jedoch nicht der Fall. Sie sind sozialversicherungsrechtlich zwar abhängig beschäftigt, steuerrechtlich sind Sie jedoch selbständig und müssen die Einnahmen selbst versteuern.

Es ist aus diesem Grund wichtig, dass Sie Ihre persönliche Steuernummer (§8 BuchO) und das zuständige Finanzamt auf dem Stammdatenblatt angeben, damit wir dies in Ihre Abrechnungsunterlagen integrieren können.

Ebenfalls benötigt wird eine Angabe zur Veranlagung zur Umsatzsteuer (7%, 19% oder Kleinunternehmer gemäß §19 UStG)

Welche Abzüge habe ich von meinem Lohn?

Bei dem auf dem Stammdatenblatt verzeichneten Entgelt handelt es sich um einen Bruttolohn von dem, Ihrem Status ensprechend, die Sozialabgaben abgeführt werden.

Der reguläre Beitragsgruppenschlüssel bei der Abrechnung für unständig Beschäftigte (hauptberufliche Sprecher – Personengruppe 118 ) ist 3101 und beinhaltet die Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung.

Unter der Voraussetzung des Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze im Vorjahr können Sie von der Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung befreit werden. Des weiteren gilt dies auch, wenn Ihnen von der Krankenkasse eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit bestätigt wurde, Sie durch die Krankenkasse von der Versicherungspflicht befreit wurden oder Sie privat versichert sind.

Wenn Sie kein hauptberuflicher Sprecher sind, werden Sie mit der Personengruppe 101 (sozialversicherungspflichtig Beschäftigte) abgerechnet. Hierbei fallen normalerweise Beträge in allen Zweigen der Sozialversicherung an (Beitragsgruppenschlüssel 3111), es besteht jedoch auch hier die Möglichkeit aus den vorher gennanten Gründen von der Kranken- und Pflegeversicherung befreit zu werden.

Wann erfolgt die Überweisung der Löhne?

Wir überweisen Ihren Lohn kurzfristig und schnell. Falls Sie alle erforderlichen Nachweise für Ihre Lohnabrechnung eingereicht haben und Ihre Angaben auf dem Stammdatenbaltt richtig und vollständig sind, erfolgt die Abrechnung und die Überweisung in der Regel innerhalb von 14 Werktagen nach Eingang der Stammdatenblätter bei uns.

Unvollständige Unterlagen, fehlende Nachweise zu Ihrem sozialversicherungsrechtlichen Status und / oder falsche Angaben auf dem Stammdatenblatt verzögern Ihre Lohnabrechnung und damit auch die Auszahlung. Wir müssen auf Grundlage der gesetzlichen Regelungen auf Vollständigkeit der Nachweise und Richtigkeit Ihrer Angaben bestehen.

Die zügige Abrechnung und die schnellstmögliche Auszahlung Ihres Lohns liegt nicht nur in Ihrem, sondern auch in unserem Interesse. Bitte nehmen Sie Abschied von der Vorstellung, eine Verzögerung der Auszahlung hätte irgendwelche Vorteile für uns. Das Gegenteil ist der Fall.

Welche Bescheinigungen erhalte ich für Ämter und Behörden?
  • Einkommensbescheinigung Wir senden Ihnen ohne weitere Anfrage eine Einkommensbescheinigung, wenn Sie auf dem Stammdatenblatt angegeben haben, dass Sie arbeitslos sind oder staatliche Leistungen (ALG 1, ALG 2, Grundsicherung) beziehen oder Teil einer Bedarfsgemeinschaft sind, die solche Leistungen bezieht. Da unsere Lohnbuchhaltungssoftware diese automatisch erstellt, ist es nicht erforderlich, dass Sie uns eine Einkommensbescheinigung zur weiteren Bearbeitung per Post zusenden.
  • Bescheinigung über Nebeneinkommen (ALG 1) Eine Bescheinigung über Nebeneinkommen erhalten Sie von uns jederzeit auf Anfrage: Kontakt. Da unsere Lohnbuchhaltungssoftware diese automatisch erstellt, ist es nicht erforderlich, dass Sie uns eine Bescheinigung über Nebeneinkommen zur weiteren Bearbeitung per Post zusenden.
  • Arbeitsbescheinigung (ALG 1) Eine Arbeitsbescheinigung erhalten Sie von uns jederzeit auf Anfrage: Kontakt. Da unsere Lohnbuchhaltungssoftware diese automatisch erstellt, ist es nicht erforderlich, dass Sie uns eine Arbeitsbescheinigung zur weiteren Bearbeitung per Post zusenden.
  • Entgeltbescheinigungen für die Deutsche Rentenversicherung Ihre Entgeltbescheinigungen für die Deutsche Rentenversicherung können Sie uns jederzeit per Post zukommen lassen. Wir füllen diese aus und senden sie für Sie an die Deutsche Rentenversicherung bzw. auf Wunsch wieder an Sie zurück.
Was passiert, wenn ich falsche Angaben zu meiner Person oder zu meinem sozialversicherungsrechtlichen Status gemacht habe?

Um Sie korrekt abrechnen und anmelden zu können, sind wir auf die Richtigkeit Ihrer Angaben angewiesen. Unrichtige Angaben zu Ihrer Person oder zu Ihrem sozialversicherungsrechtlichen Status verzögern nicht nur die Auszahlung, sondern führen oftmals zu einem erheblichen Aufwand für Sie und uns.

Eine richtige Abrechnung ist daher nicht nur in unserem sondern auch in Ihrem Interesse.

Sollten Sie versehentlich falsche Angaben auf dem Stammdatenblatt zu Ihrer Person oder zu Ihrem sozialversicherungsrechtlichen Status gemacht haben, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf, damit wir Ihre Daten korrigieren und ggf. entsprechende Meldungen rechtzeitig berichtigen können.

Wenn Sie beim Ausfüllen des Stammdatenblattes unsicher sind und Hilfe benötigen, stehen wir selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung: Kontakt.